August 2011
Eine Welle der Hilfsbereitschaft für Paks
Unsere Fahrt am 06-August 2011
Sie erinnern sich an unseren Hilferuf "600 Hunde hungern in Paks" ? Er hat eine Welle der Hilfsbereitschaft ausgeloest: Nachbarn von Coslars kamen vorbei und brachten ein paar Paeckchen Futter, befreundete Tierschuetzer brachten palettenweise Konserven, und wieder waren es die Mon-Ro-Ranch, die uns grosszuegig unterstuetzte, sowie unser Sponsor Theo Kruecken aus Moenchengladbach, der uns 150 Kilo Trockenfutter schickte. Und es gab Geldspenden als Beitrag zu den Fahrtkosten.
Welche Freude herrschte in Paks - zu wissen, dass die Tiere jetzt endlich wieder einmal satt werden wuerden, hat eine grosse Last von Erzsebet Gal und ihrem Mann Tibor genommen.
Aber lesen Sie selbst, was Sabrina ueber diese Fahrt schreibt:
Futterspenden für Paks !!!!
Samstag, 06.08.11 zehn Uhr, Hänger abholen bei Herzig, direkt weiter nach Wickrathberg, den Hänger mit dem gespendeten Futter vollladen. Gott sei Dank haben genug Freunde dabei geholfen ;-). Mit ca. 1 Tonne Futter im Hänger geht’s weiter nach Neuss zur Vereinsvorsitzenden Marianne Wiethoff, dort laden wir noch weitere 450 Kg Futter ein.
Gegen halb zwei fahren wir (mein Stiefvater Ralph und ich) endlich los. Nach endloser Fahrt durch Bayern, Österreich und Ungarn kommen wir am Sonntag um 12 Uhr auf dem Spar-Parkplatz in Paks (Ungarn) an. Hier treffen wir uns mit Elisabeth, die uns erleichtert und sehr herzlich begrüßt. Sie begleitet uns zu ihrem Haus, wo wir das Futter abladen können. Als sie von der Menge hört, strahlt sie und bedankt sich.
Am Haus angekommen treffen wir auf Tibor, den Mann von Elisabeth, der uns ebenfalls freudig erwartet. Sofort fangen wir an, den Hänger abzuladen. Elisabeth lagert das Futter in einer alten Garage, diese war bei unserer Ankunft völlig leer. Nun freuen die beiden sich, dass wir sie gemeinsam mit 1,5 Tonnen Futter füllen können. Während die Männer weiter ausladen, führt Elisabeth mich in ihr Haus. Dort kommen mir schon einige Hunde entgegen. Unter anderem ein gelähmter Cocker mit einem Rolli für seine Hinterbeinchen, Elisabeth zeigte mir stolz wie toll der Kleine damit fahren kann.
Auch eine uralte Bulldogge saß gemütlich auf der Terrasse und ließ sich von unserem Besuch nicht aus der Ruhe bringen. Ein ganz munteres Jackrussel-Mädchen wuselt munter um uns herum und möchte spielen. Mit Händen und Füßen erklärt mir Elisabeth, dass die Hündin 4 Monate alt sei und sie sich freuen würde, wenn sie eine Familie in Deutschland für sie fände. Ich habe die Kleine „Mina“ getauft, sie ist auf den Bildern zu sehen, leider aber nicht ihre wunderschöne Zeichnung. Sie sieht aus wie marmoriert in weiß, braun und anthrazit, ein wirklich süßer Hund.
Nachdem wir den Hänger und das Auto ausgeladen haben, schnappt sich Elisabeth eine Palette Katzenfutter. Tibor versucht uns zu erklären, dass Elisabeth damit zu Katzenbabys fährt, die ein paar Straßen weiter „leben“ und zu verhungern drohen. Tibor bemüht sich wirklich sehr, mit seinen wenigen Deutschkenntnissen zu erklären, warum Elisabeth plötzlich weg ist. Aber die Verständigung klappt insgesamt doch besser als gedacht.
Nach zehn Minuten ist Elisabeth wieder da und wir starten zum Tierheim. Einige Säcke Hundefutter nehmen wir gleich mit dorthin.
Wir fahren Elisabeth nach, sie führt uns mitten durch die Pampa, alleine hätten wir das Tierheim niemals gefunden.
Es ist sehr ruhig und abgelegen dort und man hört keine Hunde bellen, also dachten wir zuerst, es wäre noch weiter entfernt, doch vor dem Tor des Tierheims angekommen, hören die Hunde das Auto und ein ohrenbetäubendes Bellkonzert beginnt. Elisabeth öffnet das Tor und uns kommt eine Horde großer Hunde entgegen. Etwas mulmig ist uns schon, aber schnell stellen wir fest, dass alle um uns herum ganz liebe Geschöpfe sind, die nur eine kurze Streicheleinheit haben möchten. Trotz Flöhen und Gestank lassen wir es uns nicht nehmen, ihnen diese für ein paar Minuten zu geben.
Gleich im ersten dunklen Zwinger treffen wir auf eine herzensgute Hündin mit ihren ca. 6 Welpen, ich habe sie „Mona“ getauft und anhand der Zähne schätzen wir sie auf ca. 3 Jahre.
Wir öffnen die Zwingertür und sie kommt uns wedelnd entgegen. In einer Erdhöhle hören wir etwas winseln, ich sehe, wie aus diesem hasenbauartigen Loch ein Welpchen heraus kommt. Die Kleine ist munter und wirklich niedlich, nun heißt sie „Minnie“. Mona lässt uns bereitwillig an die Kleinen heran, sodass wir auch ihren sehr hübsch gezeichneten Bruder „Ben“ fotografieren. Die Welpen sind nicht ängstlich, eher aufgeweckt und neugierig und ihre Mama ist eine ganz liebenswürdige, schmusige Maus.
Wir gehen weiter über das wirklich riesige Gelände. Traurige Augen sehen uns an. Einige Augen wirken absolut leer auf uns, diese Hunde haben wohl die Hoffnung völlig aufgegeben. Viele Hunde haben sich Erdhöhlen gegraben und kommen aus diesen gar nicht mehr hervor.
Es stinkt süßlich, verschimmeltes altes Brot liegt auf dem Boden. Überall sind Fliegen. Viele Hunde pressen sich an uns, sie möchten gestreichelt werden, sie wollen nicht, dass wir wieder weg gehen.
Wir gehen weiter in einen großen Zwinger, hier leben große, kleine und mittlere Hunde zusammen. Alle bellen und springen um uns herum. Einer von ihnen fällt mir sofort ins Auge. Es ist der sanfte Riese „Wilson“, er kommt auf mich zu, legt mir seinen riesigen Kopf auf den Schoß und schließt seine Augen, als ich beginne ihn zu kraulen. Er bleibt zwischen den ganzen bellenden Hundis ganz ruhig und ist nicht aufdringlich. Aber er ist groß und wunderschön. Wir schätzen seine Schulterhöhe auf 60 cm und Elisabeth sagt uns, dass er anderthalb Jahre alt ist. Ich könnte stundenlang mit ihm schmusen, aber es hilft nichts, wir müssen weiter.
Nun führt uns Elisabeth in einen kleinen Verschlag. Dort hält sie die kleinen und jungen Hunde. Es stinkt und ist viel zu klein für so viele arme Hundis. Elisabeth bemüht sich wirklich nach Kräften, alle Zwinger sauber zu halten und es liegt hier auch sehr wenig Kot herum liegt. In diesem kleinen Verschlag fällt uns sofort ein wunderschöner beiger Labradorrüde auf. Vorsichtig gehe ich auf ihn zu, doch er hat leider große Angst vor Menschen und lässt sich nicht anfassen. Ihn habe ich „Bodo“ getauft. Elisabeth sagt, er sei noch sehr jung, ca. 1 Jahr alt.
Hinter diesem Verschlag ist noch ein winzig kleiner, aus Brettern zusammen gezimmerter „Raum“ und hier trifft uns wirklich der Schlag, denn hier leben mehrere Hunde auf engstem Raum zusammen. Die Welpen Cracker, Pepper und Chilli, der schöne Thor, die ausgemergelte Suri, ein steinalter halbblinder Mops und ein weiterer Welpe mit einem Nervenschaden, welcher unkontrolliertes Zittern verursacht. Im selben Zimmerchen von ca. 9 qm „leben“ mehrere Katzen auf einem Tisch von ca. 1 qm. Der Anblick war furchtbar, die Katzen trauen sich wegen der Hunde nicht von dem Tisch herunter.
Es wird stickig und wir ertragen die Fliegen und den Gestank in diesem Raum nicht mehr, also verlassen wir den Verschlag, nachdem wir Fotos gemacht haben. Die Tiere können diesem Verschlag nicht entrinnen…
Wir sind froh, draußen wieder frische Luft zu atmen und gehen weiter das Gelände ab. Immer wieder hört man wie sich Hunde beißen und Tibor dazwischen geht. Nur nachts ist niemand da, dann kann Tibor nicht helfen.
Wir versuchen wirklich an jedem Zwinger vorbei zu gehen und jeden Hund wenigstens kurz zu filmen. Das ist bei so vielen armen Seelen sehr schwierig, aber ich denke, wir haben fast jeden wenigstens kurz „erwischt“. Die Hunde verhalten sich erstaunlich sozial, auch uns gegenüber ist kein einziger von ihnen aggressiv.
Ich achte besonders darauf, dass ich in die hintersten Ecken schaue, um wirklich keinen zu übersehen. So fiel mir Pumba auf, er ist ein kräftiger Bursche mit Dackelbeinen, nur ca. 30 cm hoch. Er lag traurig in einem Erdloch und schaute nur kurz auf. Er hat die Hoffnung aufgegeben, das merkt man. Ich ging in den Zwinger und sprach mit ihm. Er kam zu mir und genoss die Streicheleinheiten, die ich ihm ein paar Minuten gab. Seine Augen waren vereitert und nachdem ich den Zwinger verließ, ging er traurig zurück in sein Erdloch.
Weiter geht‘s über das große Gelände, an den vielen Zwingern vorbei, wir sehen nur einen Helfer und fragen uns, wie man das alles zu dritt schaffen kann?! Ein weiterer Hund fällt mir auf, er reagiert gar nicht auf mein Rufen, läuft unermüdlich im Kreis, taucht seinen Kopf in einen Eimer Wasser und wiederholt diesen Vorgang ständig. Mir kommen die Tränen, ich weiß nicht wie lange dieses Tier schon so offensichtlich an Zwingerkoller leidet? Alles ist hier so furchtbar, und dann soll mich noch einmal einer fragen, warum Auslandstierschutz!?
Nun müssen wir bald wieder fahren, doch wir können nur zwei Hunde aus der Hölle holen. Schnell ist klar, welche es sein werden, Ralph sucht Pitzi aus und ich entscheide mich für Aywa. Beide kommen aus dem Verschlag mit den sehr vielen kleinen Hunden und dem sehr wenigen Platz. Doch auch die anderen Hunde schwirren ständig in meinem Kopf herum.
Ich habe ihnen versprochen, wiederzukommen….und das werde ich!
Sabrina, 09.08.2011
Hier die ersten Videos von unserer Fahrt
http://www.youtube.com/watch?v=kafY-lvEPe4
http://www.youtube.com/watch?v=r2cORpNytYM
Und noch immer trafen Spenden ein - es waren so viele, dass sich Sabrina entschloss, mit zwei Freundinnen nochmals die Reise anzutreten - nicht zuletzt auch wegen der Vierbeiner, an die sie bei der ersten Fahrt ihr Herz verloren hatte.
Dezember 2010
Unsere Nikolausfeier – mal ganz anders!
Am 5.12.2010 haben wir endlich einmal wieder zu einer Nikolausfeier in den „Gare du Neuss“ eingeladen – und es war ein echtes Kontrastprogramm zu unseren früheren Feiern im eleganten Hotel am Zault in Düsseldorf-Unterbach.
Es war ein kalter Tag, tagsüber rieselten die ersten Schneeflocken, Straßenglätte war gemeldet und wir sahen uns schon alleine im „Gare du Neuss“ sitzen. Hier hatten wir in der ehemaligen Paketabfertigungshalle des Neusser Hauptbahnhofes eine Ecke hergerichtet. Zu den bereits vorhandenen Tischen und Bänken organisierte Birgit Frimmersdorf noch ein paar zusätzliche Sitzgelegenheiten, Gasstrahler und viel Teelichtromantik. In den Fenstern strahlten Kerzen, die Tische waren mit Tannengrün, Lebkuchen und ebenfalls vielen Kerzen geschmückt. Auf den diversen Sesseln lagen warme, bunte Kuscheldecken – es sah richtig gemütlich aus.
Die Tombolapreise mussten noch in letzter Minute mit Nümmerchen beklebt werden – diese Aufgabe hatte ich übernommen und – welch Wunder (!) – natürlich vermasselt, denn ich hatte im Übereifer mal locker zwei Zehnerreihen übersprungen, was bei der Gewinnverteilung natürlich für Chaos sorgte. Aber: unsere gutgelaunten Gäste nahmen es locker, mit viel Humor und heiterer Gelassenheit…Glücklicherweise!!!!
Und dann kamen auch schon die ersten Gäste, mit und ohne Vierbeiner, darunter viele unserer ehemaligen Schützlinge. Sie kamen aus Köln, Dortmund, Willich und Aachen, Meerbusch und Duisburg, viele hatten sich etliche Jahre nicht gesehen. Ich hab ein bisserl was erzählt über die Veränderungen im ungarischen Tierschutz, über unsere Erfolge und unsere Motivation, die uns hilft, unbeirrt weiter zu machen, auch wenn man zuweilen meint, an die Grenzen gekommen zu sein. Die vielen glücklichen, munteren Hunde, die an diesem Abend durch die Halle flitzten (mit wenigen Ausnahmen alle aus Ungarn) zeigten, dass es sich lohnt - immer wieder!
Es gab eine prima Erbsensuppe nach Art des Hauses Gar du Neuss, die bis auf die letzte Kelle verputzt wurde, und natürlich leckeren Glühwein. Bald spürte keiner mehr etwas von der Kälte. Lose wurden gezogen, und unsere „Glücksfee“ Sabrina hatte alle Hände voll zu tun. Trotz des Chaos, das hinterher durch die nicht zuzuordnenden Gewinne entstanden war, war`s lustig..
Unter den an diesem Abend neu beigetretenen Mitgliedern wurde noch der traditionelle „Ungarn-Korb“ mit ungarischen Spirituosen ausgelost, und diesmal war es unser neues Mitglied Ingrid Gellert, die ihn mit nach Hause nehmen konnte.
Es war eine Nikolausfeier der besonderen Art im besonderen Ambiente und insgesamt ein sehr gelungener Abend. Ich danke allen, die trotz des schlechten Wetters gekommen sind und den Abend dadurch bereichert haben. Mein besonderer Dank gilt Birgit, die für den entsprechenden Rahmen gesorgt hat.
Ich wünsche Euch allen einen guten Jahresanfang 2011. Möge es ein Jahr voller Freude und Glück werden, das begleitet wird von vielen Erfolgen bei all Euren Unternehmungen.
Eure
Marianne Wiethoff
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(c) 2010 - 2011 by Franz von Assisi - Ungarn - Tiere in Not e.V., D-41469 Neuss













